Im Hamburger Jugendschach gibt es verschiedene Mannschaftswettbewerbe, in denen Kinder und Jugendliche gemeinsam als Team antreten. Diese Seite gibt einen Überblick über die drei wichtigsten Formate: die Allgemeinen Klassen, die Basisklasse und die Sonderklassen.
Die HJMM ist die Haupt-Mannschaftsmeisterschaft für jugendliche Schachspieler in Hamburg. Hier spielen die Jugendmannschaften der Hamburger Schachvereine in einem Ligensystem gegeneinander, ähnlich wie bei einer Fußballliga. Es gibt mehrere Ligen, um allen Spielstärken gerecht zu werden. Die Ligastruktur (von stark bis Einsteiger) umfasst typischerweise:
Die Sieger der jeweiligen Staffeln werden am Saisonende vom Hamburger Schachjugendbund geehrt.
Zielgruppe und Spielstärke: In der HJMM können alle Kinder und Jugendlichen eines Vereins mitspielen, unabhängig vom Alter (üblich ist U20 als Altersgrenze) oder ihrer Wertungszahl. Durch die Aufteilung in mehrere Ligen finden sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Jugendliche passende Gegner. Stärkere Jugendliche spielen meist in der Landes- oder Stadtliga, während weniger erfahrene in Bezirks- oder Kreisliga antreten. So bleibt der Wettbewerb für jede Mannschaft fair und spannend. Es gibt keine festen DWZ-Mindestzahlen, im Gegenteil, auch Anfänger ohne DWZ sind willkommen. Wer sehr schnell besser wird, kann mit seinem Team in höhere Ligen aufsteigen.
Struktur und Ablauf: Die HJMM wird in der Regel als Saison über mehrere Monate ausgetragen (meist Spätherbst bis Frühsommer). Jede Mannschaft einer Liga spielt einmal gegen jede andere (Rundenturnier). Ein Team besteht in der HJMM aus sechs Spielern, die an sechs Brettern spielen. Gewertet wird nach dem besonderen Punktesystem der HJMM, das weiter unten erklärt ist. Pro Saison finden etwa 5 bis 7 Runden statt (abhängig von der Anzahl Teams in der Liga), meist als Einzelspiele mit flexiblem Termin innerhalb vorgegebener Zeitfenster. Die Partien der höchsten Jugend-Liga dauern mit langer Bedenkzeit bis zu vier Stunden pro Spieler (klassisches Turnierschach), in den unteren Ligen etwas kürzer (rund drei Stunden).
Besondere Regelungen: Für die Aufstellung der Mannschaft gibt es eine feste Rangliste (die stärksten Spieler an Brett 1 etc.). Die Einhaltung dieser Reihenfolge soll sicherstellen, dass kein Team durch kreative Aufstellungen einen unfairen Vorteil erlangt. Außerdem benötigen Spieler in der HJMM ab der Jugend-Landesliga einen Spielerpass (Mitgliedsnachweis beim Verband), was bei Vereinsmitgliedschaft normalerweise automatisch vorhanden ist. An jedem Spieltag übernimmt ein Mannschaftsführer oder Betreuer die Verantwortung, der auch die Ergebnisse meldet.
Qualifikation und Weiterführung: Die HJMM ermittelt den Hamburger Jugend-Mannschaftsmeister des Jahres. Es gibt einen speziellen Stichkampf, in dem der Hamburger Meister um den Aufstieg in die Jugendbundesliga Nord (eine norddeutsche Jugend-Bundesliga) spielt. Dort messen sich die besten Jugendteams Norddeutschlands; der Sprung dorthin ist für sehr ambitionierte Hamburger Teams ein großes Ziel.
Die Basisklasse ist ein spezielles Mannschaftsformat für jüngere Kinder (bis 12 Jahre), die erste Turniererfahrungen sammeln. Sie gehört zwar zur Hamburger Jugendmannschaftsmeisterschaft dazu, wird aber separat vom Ligensystem der HJMM geführt. Oft spricht man auch von der U12-Basisklasse, da hier nur Kinder der Altersklasse U12 oder jünger mitspielen dürfen.
Zielgruppe und Spielstärke: In der Basisklasse spielen typischerweise die jüngsten Vereinsmitglieder und Anfänger, oft im Grundschulalter. Viele Kinder bestreiten hier ihre ersten „richtigen„ Turnierpartien überhaupt. Die Spielstärke ist entsprechend anfängerfreundlich, es gibt keinerlei DWZ-Vorgaben nach unten oder oben. Stärkere U12-Kinder eines Vereins werden meist eher in ein Team der HJMM-Ligen oder in die Sonderklasse U12 geschickt, damit die Basisklasse vor allem den Einsteigern vorbehalten bleibt. So können alle Beteiligten auf Augenhöhe spielen und Erfolgserlebnisse sammeln. Häufig erspielen sich die Kinder in der Basisklasse sogar ihre erste DWZ überhaupt.
Struktur und Regeln: Die Basisklasse wird meist in mehreren Staffeln ausgetragen (z. B. Basisklasse A, B, ggf. C, je nach Anzahl der Teams). Die Vereine können hier auch mehrere Mannschaften melden, um vielen Kindern Einsätze zu ermöglichen. Die Teams bestehen aus acht Kindern, es wird also an acht Brettern gespielt (damit dürfen in einem Kampf mehr Kids gleichzeitig spielen als in der HJMM). Eine weitere Besonderheit ist die flexible Aufstellung: Anders als in den höheren Ligen gibt es keine feste Rangliste; die Reihenfolge der Spieler kann vom Mannschaftsführer vor jedem Kampf frei gewählt werden. Das ermöglicht den Trainern, alle Kinder mal an verschiedenen Brettern einzusetzen und z. B. Freundinnen und Freunde nebeneinander spielen zu lassen.
Ablauf: Die U12-Basisklasse findet meist nach den Märzferien und daher teilweise parallel zu den HJMM-Ligen statt, mit ähnlich vielen Runden oder manchmal etwas weniger. Die Spieltermine werden ebenso koordiniert. Am Saisonende erhält der Sieger der jeweiligen Basisklasse-Staffel einen kleinen Pokal, oft eine große Motivation für die Kinder. Allerdings führen die Basisklassen nicht zu weiterführenden Meisterschaften; sie dienen primär der Förderung und dem Einstieg ins Turnierschach. Im nächsten Jahr wechseln viele der ehemaligen Basisklassen-Kinder dann in eine der regulären Jugendligen oder in die Altersklassen-Turniere.
Die Sonderklassen im Hamburger Jugendschach sind Mannschaftsturniere in bestimmten Altersklassen, die als Qualifikation für höhere Meisterschaften dienen. In der Saison werden in Hamburg Sonderklassen in verschiedenen Kategorien ausgerichtet: typischerweise U10, U12, U14, U16 sowie eigene Wettbewerbe für Mädchen in U12 und U16 (als U12w und U16w). In jeder dieser Altersklassen wird ein Hamburger Meister ermittelt, und zugleich geht es darum, sich für die Norddeutsche und Deutsche Vereinsmeisterschaft zu qualifizieren.
Zielgruppe und Spielstärke: Die Sonderklassen richten sich an die ambitionierteren Kinder einer jeweiligen Altersgruppe. Hier spielen oft die Besten der Altersklasse aus verschiedenen Vereinen gegeneinander. Ein Team besteht ausschließlich aus Spielern, die die vorgegebene Altersgrenze nicht überschreiten. Für komplette Anfänger ist die Sonderklasse meist (noch) nicht geeignet; die Kinder sollten bereits Turniererfahrung haben. Dennoch können auch hier jüngere Talente eingesetzt werden, etwa ein starker Zehnjähriger darf in der U12- oder sogar U14-Mannschaft seines Vereins mitspielen. Pro Altersklasse darf jeder Verein nur eine Mannschaft melden; so treten wirklich die verschiedenen Vereine gegeneinander an und nicht zwei Teams desselben Clubs in einer Altersklasse.
Struktur und Ablauf: Die Sonderklassen werden getrennt nach Altersstufen ausgespielt. Meist laufen sie einmal jährlich im Juni (U12 und höher) oder September (U10). Der Modus kann je nach Meldungen leicht variieren: Häufig handelt es sich um ein Rundenturnier oder ein kleines Schweizer-System-Turnier, da in manchen Altersklassen nur wenige Mannschaften antreten (z. B. können in einer U10-Sonderklasse schon 4 bis 6 Teams teilnehmen, in U16 eventuell etwas mehr). Gespielt wird an vier Brettern pro Mannschaft, ein kleineres Team also, was dem individuellen Charakter dieser Wettbewerbe entspricht.
Die Sonderklassen werden teilweise als kompakte Events ausgerichtet: Oft finden mehrere Runden an einem Wochenende zentral statt (sogenanntes Sonderklassen-Wochenende), damit alle Teams gemeinsam spielen und die Qualifikationen rechtzeitig ausgespielt werden. Beispielsweise kann es sein, dass an einem Samstag zwei Runden U12 und U16 gespielt werden und am Sonntag die Schlussrunde. So etwas erfordert zwar Kondition, schafft aber auch ein tolles Turnier-Feeling. In anderen Fällen werden die Runden über ein paar Wochen verteilt angesetzt, jedoch immer mit dem Ziel, vor den Norddeutschen Meisterschaften fertig zu sein.
Qualifikationsmöglichkeiten: Die Sonderklassen sind direkt mit den höheren Meisterschaften verknüpft. In den Altersklassen ab U12 erhält der Hamburger Meister, und oft auch der Zweitplatzierte, einen Startplatz bei den Norddeutschen Vereinsmeisterschaften (NDVM). Auf diesen Norddeutschen Meisterschaften treffen dann die besten Jugendteams aller nördlichen Bundesländer aufeinander. Je nach Altersklasse qualifizieren sich von dort aus wiederum die Top-Teams für die Deutschen Vereinsmeisterschaften (DVM) am Jahresende. In der U10 qualifizieren sich die bestplatzierten Mannschaften direkt für die DVM.
Die HJMM wertet anders als der Erwachsenenspielbetrieb, und das System hat einen erzieherischen Kern: Es belohnt das Antreten. Einen Brettpunkt gibt es schon für das Antreten, auch bei einer Niederlage. Ein Remis bringt einen zweiten, ein Sieg insgesamt drei. Ein unbesetztes Brett bringt null. Wer alle Bretter besetzt, nimmt also selbst bei sechs Niederlagen sechs Brettpunkte mit, ein kampflos gebliebenes Brett dagegen schenkt dem Gegner drei Punkte und der eigenen Mannschaft nichts.
Auch die Mannschaftspunkte folgen einer eigenen Logik: Sie werden nicht im direkten Vergleich der beiden Teams vergeben, sondern gegen eine feste Schwelle, die Hälfte der Brettpunktsumme eines vollständig gespielten Kampfes. Bei sechs Brettern liegt sie bei zwölf, in den Basisklassen mit acht Brettern bei sechzehn. Mehr als die Schwelle bringt zwei Mannschaftspunkte, genau die Schwelle einen, weniger keinen. Daraus folgt eine Kuriosität: Bleiben mehrere Bretter kampflos frei, schrumpft die Gesamtsumme, ein Kampf kann dann etwa 11:10 ausgehen, und obwohl eine Mannschaft vorn liegt, bekommt in der Mannschaftswertung niemand einen Punkt.
Wer in mehreren Jugendmannschaften seines Vereins spielt oder aushilft, für den gelten Festspielregeln aus der Turnierordnung des HSJB. Die Grundzüge:
Maßgeblich ist die Turnierordnung des HSJB in aktueller Fassung, insbesondere die Paragraphen 33, 38, 39, 43 und 44. Für das parallele Spielen bei den Erwachsenen siehe Mannschaftswettbewerbe im allgemeinen Spielbetrieb, dort gilt eine Besonderheit: Wer für einen Hamburger Verein die HMM spielt, darf an der HJMM nicht für eine andere Mitgliedsgemeinschaft teilnehmen.