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Der erste Turniertag: Ein praktischer Begleiter

Das erste Turnier ist aufregend, für das Kind und mindestens genauso für die Eltern. Diese Seite erklärt, was dich praktisch erwartet, von der Vorbereitung über den Ablauf bis zur Abholung. Die Theorie dahinter, Schweizer System, Bedenkzeit und Wertung, erklären die Seiten Turnierformen und Wertungszahlen.

Vor dem Turnier

Die Anmeldung erfolgt in der Regel privat, auf dem Weg, den die Ausschreibung nennt. Manche Vereine geben Turnierinformationen zusätzlich intern weiter und bieten an, interessierte Spieler zentral anzumelden, ob und wie, entscheidet jeder Verein selbst, und ob man das Angebot nutzt, jede Familie. Frag im Zweifel den Trainer. Lies in jedem Fall gemeinsam mit deinem Kind die Ausschreibung, sie beantwortet die wichtigsten Fragen: Ort, Startzeit, Anmeldeweg, Anzahl der Runden, Bedenkzeit und ungefähres Ende.

Am Turniertag selbst gilt: ausgeschlafen, gefrühstückt, und rechtzeitig da. Maßgeblich ist der Anmeldeschluss aus der Ausschreibung, plane darauf einen Puffer von 15 bis 30 Minuten. Das Kind soll in Ruhe ankommen, sich bei der Turnierleitung anmelden und seinen Platz finden, nicht abgehetzt an das Brett fallen.

Packliste für den Turniertag

  • Wasserflasche und Snacks, bewährt sind Banane, belegtes Brot, Nüsse
  • Beschäftigung für die Pausen: Buch, Kartenspiel, Malzeug
  • Ein Stift, bei längeren Partien wird mitgeschrieben
  • Der Glücksbringer, wenn er dazugehört
  • Nicht nötig: Brett, Figuren und Uhr werden gestellt
  • Wichtig: Handy und Smartwatch bleiben während der Partie bei dir, siehe unten

So läuft der Tag ab

  1. Ankommen und anmelden. Bei der Turnierleitung wird die Anwesenheit bestätigt, erst dann wird das Kind in die erste Runde eingelost.
  2. Die Paarungen erscheinen. Auf Aushängen oder Bildschirmen steht, wer an welchem Brett gegen wen spielt. Hilf beim ersten Mal, das eigene Brett zu finden.
  3. Die Runde beginnt gemeinsam. Alle Partien starten auf Ansage der Turnierleitung. Ab jetzt ist das Kind auf sich gestellt, und genau das ist der Sinn.
  4. Die Partien dauern unterschiedlich lang. Manche Kinder sind nach zwanzig Minuten fertig, andere brauchen die volle Bedenkzeit. Nach der Partie wird das Ergebnis bei der Turnierleitung gemeldet, danach beginnt die Wartezeit bis zur nächsten Runde.
  5. Mehrere Runden am Tag. Bei Jugendturnieren sind mehrere Runden an einem Tag mit Pausen dazwischen üblich. Bei den HJET zum Beispiel spielen die Altersklassen zwei bis drei Runden am Tag, die Leistungsklassen eine. Der Zeitplan steht in der Ausschreibung, verschiebt sich aber gern nach hinten.
  6. Die Siegerehrung. Bleib bis zum Schluss, auch wenn das eigene Kind keinen Pokal bekommt. Anderen applaudieren gehört zum Turnierschach dazu, und irgendwann steht das eigene Kind vorn.

Verhalten im Spielsaal

Im Spielsaal gelten einfache, aber wichtige Regeln:

Zwischen den Runden

Die Wartezeiten sind länger, als viele erwarten. Bewährt hat sich: raus an die frische Luft, bewegen, etwas Leichtes essen. Ob die gespielte Partie besprochen wird, entscheidet das Kind. Wenn ja, gilt die Grundregel von der Seite Die Rolle der Eltern: erst fragen, wie es war, nicht, wie es ausging.

Abholen und Turnierende

Der Turniertag endet mit der letzten Runde und der Siegerehrung, und beides verschiebt sich erfahrungsgemäß eher nach hinten als nach vorn. Plane den Tag großzügig und verabrede mit älteren Kindern einen festen Treffpunkt. Bei jüngeren Kindern bleibst du am besten in der Nähe oder jedenfalls erreichbar, eine früh verlorene Partie kann die Stimmung kippen, und dann ist es gut, wenn jemand da ist.

Und danach? Lobe den Einsatz, nicht das Ergebnis. Vier Stunden Konzentration sind eine Leistung, unabhängig von der Punktzahl. Wie du mit Frust nach Niederlagen umgehst, gehört zu den wichtigsten Elternaufgaben im Schach, die Seite Umgang mit Niederlagen gibt dazu Orientierung.